Bündnis Chemnitz Nazifrei
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Obwohl wir am 03. Oktober ein würdevolles Gedenken anlässlich des 25. Todestages von Patrick Thürmer erlebten, gab es leider auch Ereignisse, die unsere Stimmung trübten und uns erneut vor Augen führten, wie schwer der Kampf gegen rechte Gewalt bleibt.
Zum wiederholten Mal wurde die Gedenktafel in Hohenstein-Ernstthal beschädigt. Seit ihrer Aufstellung im Jahr 2015 ist dieser Gedenkort immer wieder Ziel von Zerstörung und Diebstahl geworden. Auch dieses Jahr blieb die Tafel nicht verschont, sie wurde erneut zerstört. Ein herzlicher Dank geht an die Stadt Hohenstein-Ernstthal, die schnell reagierte und die Tafel noch am selben Tag ersetzte, sodass die Zerstörung während der Gedenkveranstaltung unsichtbar blieb.
Doch damit nicht genug: Auch der erst kürzlich in Oberlungwitz errichtete Gedenkstein wurde zerstört. In der Nacht vor unserem Gedenken wurde die Metallplatte, die den neuen Gedenkort markierte, gestohlen. Es ist erschütternd, dass selbst Orte der Erinnerung nicht vor Respektlosigkeit und Zerstörung von rechts sicher sind. Beide Gedenksteine stehen für Patrick, der im Alter von nur 17 Jahren brutal von Neonazis ermordet wurde. Vor diesen Steinen lagen Kränze seiner Familie, die bis heute um ihn trauert. Dieses würdelose Vorgehen lässt uns fassungslos zurück.
Wir werden unser Bestes tun, um auch den Gedenkstein in Oberlungwitz wieder instand zu setzen. Dafür sind wir jedoch auf Spenden angewiesen und danken allen, der uns hierbei unterstützen.
Darüber hinaus wollen wir auf die Gegendemonstration aufmerksam machen, die dieses Jahr erstmalig in Reaktion auf unser Gedenken initiiert wurde. Eine Stunde vor unserer Gedenkdemonstration marschierten rund 80 Menschen einer extrem rechten Demonstration durch Hohenstein-Ernstthal – viele von ihnen klar als Neonazis erkennbar, zum Teil alkoholisiert und gewaltbereit. Lautstark skandierten sie Drohungen gegen politische Gegner*innen, riefen zu Gewalt auf und verbreiteten verfassungsfeindliche Parolen. Es ist beunruhigend, dass solche Aufmärsche in unseren Städten stattfinden können. Gegen einige der Teilnehmenden wurden inzwischen Strafverfahren eingeleitet.
Wir sind froh, dass wir diesen Menschen nicht begegneten und sie bei unserer Veranstaltung nicht hörten. Dennoch halten wir es für besorgniserregend, dass solche Demonstrationen überhaupt stattfinden können und Bedrohung und Hass verbreiten. Zwar hat sich die Versammlungsbehörde an diesem Tag sehr bemüht, ein würdiges Gedenken unsererseits stattfinden zu lassen. Dennoch hätte sie es nicht zulassen sollen, dass die Rechten eine Zwischenkundgebung vor der Gedenktafel in Hohenstein-Ernstthal, die erst in der Nacht zuvor erneut beschäftigt wurde, abhalten durften.
Diese Ereignisse zeigen, wie wichtig es nach wie vor ist, gegen diese Kräfte der Zerstörung anzukämpfen, die nicht nur unsere Gedenkorte, sondern auch unsere Gesellschaft bedrohen.
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